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Serielle Sanierung
Die serielle Sanierung soll dafür sorgen, dass die Klimaziele im Bestand doch noch erreicht werden. Inwiefern es dadurch nicht nur schneller, sondern auch preisgünstiger wird, scheint angesichts des knappen Zeitplans schon eher nebensächlich. Dabei wird wohl letztlich die Wirtschaftlichkeit darüber entscheiden, ob die Methode überhaupt Zukunft hat…
Serielle Sanierung

Serielle Sanierung? Das muss jetzt zack, zack gehen!

Benjamin Oberwallner, Bereichsleiter Produktmanagement bei der CalCon Deutschland GmbH, hat sich bei der Energiesprong Convention in Berlin in Sachen serielle Sanierung umgehört.

Was versteht man eigentlich unter serieller Sanierung?
Es geht im Grunde darum, den Sanierungsprozess zu industrialisieren. Bisher haben verschiedene Handwerker vor Ort in Einzelschritten beispielsweise die Fassade heruntergerissen, den Untergrund vorbereitet, ein Gerüst aufgestellt, den Putz aufgetragen und dann gemalert.

Im Rahmen der seriellen Sanierung fertigt man die zu verbessernden Komponenten in Industriehallen vor, so dass sie nur noch ausgeliefert werden müssen. Man setzt also einfach die neuen Fassadenelemente vor oder schiebt den fertigen TGA-Kasten rein, schließt ihn an und fertig ist die Sanierung.

Auf diese Weise gewinnt man Zeit und kann theoretisch auch Kosten einsparen. Letzteres funktioniert allerdings noch nicht, weil bisher nur Pilotprojekte umgesetzt werden. Das läuft alles unter dem Motto, wir probieren es mal aus… Man kann also nicht wirklich von serieller Sanierung sprechen. Einen echten Kosteneinspareffekt gäbe es erst, wenn ein großes Unternehmen die Produktion übernimmt. Für die Teilnehmer der Energiesprong Convention ist es jedoch tatsächlich wichtiger, dass es schnell geht.


Welche Themen wurden dort sonst noch diskutiert?
Im Mittelpunkt stand vor allem die Frage, wie der optimale Prozess zur seriellen Sanierung eigentlich aussieht, denn hierzu gibt es aktuell ganz unterschiedliche Ansätze. Manche Hersteller nutzen quadratische Paneele zur Fassadensanierung, andere machen ein digitales Aufmaß. Man weiß also noch nicht so recht, wo es technisch hingeht. Dabei ist auch bei der Gestaltung der seriellen Sanierung Schnelligkeit gefragt, denn wenn wir hier nicht bis 2025 durchstarten, wie sollen wir bis 2045 die Klimaziele erreichen? Jedes Jahr, das wir verlieren, macht es schwieriger. Aber immerhin ist das Interesse an serieller Sanierung deutlich gestiegen, denn die im Vergleich zum Vorjahr große Teilnehmerzahl war ebenfalls Thema bei der Veranstaltung.

Inwiefern spielt AiBATROS® überhaupt eine Rolle bei der seriellen Sanierung?
Nun, es geht um Bestandsgebäude! Die ganze Bauausführung ist natürlich nicht unser Thema, aber der entscheidende Schritt dorthin ist die Portfolioanalyse. Man muss schließlich erst einmal wissen, welche Objekte überhaupt für eine serielle Sanierung geeignet sind, und wo welches Einsparpotential liegt. Dementsprechend hat eines der Wohnungsunternehmen, die ihre Projekte bei der Convention vorgestellt haben, AiBATROS® auch bereits als Tool zur Analyse seines Bestands genutzt.

Hierzu wird das Portfolio mit Hilfe der Software vorselektiert, indem man es nach Kriterien wie dem Baujahr oder dem Denkmalschutz filtert. Dann wird analysiert, wo man sanieren sollte und welche Art der Sanierung für dieses Gebäude wirklich sinnvoll ist, also beispielsweise eine serielle Fassadensanierung oder eine serielle Sanierung des Wärmeerzeugers.

Bleibt die Frage nach den Kosten. Bisher liegen diese nicht vor, aber im Grunde ist das irrelevant, denn mit AiBATROS® kann man in jedem Fall schon mal abschätzen, was eine klassische Sanierung kostet. Erhält man für die serielle Sanierung kein Angebot zu diesem Preis, oder zumindest mit einem Aufschlag von maximal 15 Prozent, was der staatlichen Förderung entspricht, so ist ihr wirtschaftlicher Nutzen trotz der Zeitersparnis aus meiner Sicht sowieso fraglich…

Was bringt die Zukunft?
Falls dieses Thema in den nächsten zwei Jahren die notwendige Fahrt aufnimmt, wird sich ein komplett neuer Markt mit industriell gefertigten Bauelementen entwickeln, der das Handwerk entlastet und ein neues Pricing schafft. Das führt hoffentlich zu einer Reduzierung der Kosten, wodurch die Energiewende Anschub bekommen könnte.

Die Krux dabei sind jedoch die hohen Zinsen. Die zerstören genau den Aufschwung, den die serielle Sanierung bräuchte. Denn aktuell werden Investitionen aufgeschoben, und das könnte dazu führen, dass wir es in den nächsten zwei Jahren eben nicht schaffen werden, die serielle Sanierung zu etablieren. Für Probleme wie fehlendes Personal und mangelnde Kapazitäten lassen sich Lösungen, etwa durch Automatisierung, finden, aber die Politik kann man nun mal nicht beeinflussen. Also hängt alles davon ab, was „da oben“ passiert.

Sobald sich die Preise für serielle Sanierung stabilisieren, werden wir die serielle Sanierung als Alternativmaßnahme in AiBATROS® implementieren. Man kann dann nicht nur eine klassische Fassadensanierung planen, sondern auch ein Maßnahmenpaket zur seriellen Sanierung der Fassade, für das die Kosten ebenfalls automatisch berechnet werden. Damit wird eine komplette strategische Planung der seriellen Sanierung möglich – also vorfiltern, analysieren, was gemacht werden muss, und abschätzen, ob es sich rentiert.

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